Schlummerliedchen

J. D'Alquen

Sahst du nicht die Xanthula? Ich sah sie gestern spät,

sie stieg ins leichte Schifflein, ins ferne Land sie geht.

Die leichten Segel schwellte der Zephir gar gelind,

ein Bild der weißen Taube, wenn sie den Flug beginnt.

Die Freunde steh'n am Ufer, die Augen tränenvoll;

sie schwenkt das weiße Tüchlein zum letzten Lebewohl,

und ihren Gruß zu schauen, blieb ich am Ufer steh'n,

bis dass die weite Ferne mich nichts mehr ließ erspäh'n.

Ein wenig, noch ein wenig, und bald weiß ich es kaum:

Sind das die weißen Segel, ist es des Meeres Schaum?

Und wie in grüner Welle Segel und Tuch verschwand,

da weinten all' die Freunde; auch mich man weinend fand.

Ich wein' nicht um die Barke, das Segel stolz gebläht,

ich weine um Xanthula, die in die Fremde geht.

Ich wein' nicht um die Barke, nicht um die Schifferschar,

nur um Xanthula wein' ich, die meine Göttin war.