Ständchen

J. D'Alquen

Die Sterne von dem Himmelblau

in reichen Strahlen walten;

die Blüten in dem kühlen Tau

zu Wundern sich entfalten!

Was sprosst und rankt

und wogt und schwankt,

im Zauber mitternächt'ger Stund'

vereint es sich dem Sängermund!

Ihr Töne, zu dem Erker auf

schwingt geistig auf, ihr Kecken;

nicht Schloss, nicht Riegel hemmt den Lauf,

den Zauber dort zu wecken.

Umklinget lind

das Himmelskind,

das dort sich schmiegt auf zartem Flaum,

gewährt ihm einen holden Traum!

O leih' mir Flügel, süßes Lied,

mich hier emporzutragen,

den Jubel all', der in mir glüht,

die zarten Liebesklagen.

O breite aus

den Blumenstrauß

und gib mein Herz, voll Duft und Glanz,

der himmlischen Trauten zu Eigen ganz!