Adèlma
J. Deiller
In dem Harem ist es stille,
Denn es leuchten schon die Sterne,
Da ertönt vom Kiosk ferne
Hell ein Lied in Tonesfülle:
Lieb ist Leid und Lieb ist Lust!
Ach, die Sclavin ruft's, die Arme,
Klagt den Lüften ihre Trauer,
Bange klinget von der Mauer
Der Gesang voll tiefstem Harme:
Lieb ist Leid und Lieb ist Lust!
Palmen rauschen, Wellen kräuseln,
Wieder leuchten Mond und Sterne,
Doch das Lied tönt nicht von Ferne,
Über'm Grabe hört man's säuseln:
Lieb ist Leid und Lieb ist Lust!