Herbst

J. Doebber

Wenn im Purpurschein

Blinkt der wilde Wein

Und am Bach die Weide steht bereift;

Wenn die Zeitlos' blüht,

Wenn die Drossel zieht

Und ihr Scheidelied vom Schlehdorn pfeift.

Wenn in Wald und Feld

Laut der Bracke bellt

Und das schlanke Reh verbluten muß,

Wenn die Haselmaus

In ihr Winterhaus

Schleppt die allerletzte Buchennuß:

Dann ade, ihr Felder,

Berge, Föhrenwälder,

Pfarrer, Förster, Schultheiss, Müller, Bäck!

Hab' das Wandern satt,

Ziehe nach der Stadt,

Wo der Roland steht am Rathauseck.

Blondes Gretelein,

Laß das Trauern sein!

Mit den Schwalben komm' ich wieder her.

Sollt' ich sterben eh'r,

Weine nicht so sehr,

Weil es schad' um deine Aeuglein wär'.