Vorüber
J. Eschmann
Es schaubt' und wieherte munter
Mein edles, treues Thier,
als wir die Strasse hinunter
zogen ins Thalrevier.
So stille war's in den Büschen,
so einsam Garten und Haus,
kein dunkellockig Liebchen
sprang lustig lachend heraus.
Lag's wohl in heissen Träumen
im dunklen Kämmerlein?
War's ihm zum Sterben wohl bange
um den fernen Liebsten sein?
Die dunkle Blutbuche wehte
in weicher, wehender Luft,
viel Rosen blüthen im Garten
mit wundersüssem Duft.
Ihr Rosen, blüht nicht weiter,
nun ist die Lust vorbei,
an Liebchens Gartenmauer
muss reiten ich vorbei!
Hinweg, hinweg, vorüber
reiss' mich, du treues Thier!
Hinweg vom kranken Kinde!
Es brach das Herz mir schier!
Das flog wie Wetterleuchten
die dämmernde Strasse hinab!
Ich grub im Herzensgrunde
dem Liebchen ein einsam Grab