Aus der Ferne

J. Fischhof

Wohnst du noch in deiner Hütte,

von den Bäumen grün umgeben?

Blühet in des Gartens Mitte

noch der Sitz von frischen Reben?

Dürft' ich noch so heimlich lauschen

abends in des Mondes Scheine,

noch so süße Blicke tauschen

beim Vorübergeh'n am Raine?

Ausgetrieben in die Ferne

hat mich nur mein kühnes Streben;

Lüft' und Wellen, Sonn' und Sterne

nur geleiten noch mein Leben.

Flur und Dörflein, Hütt' und Bäume

hat der Ferne Nacht umzogen;

noch umschwebt es mich im Traume

strebend durch die irren Wogen.

Aber auch in Meeres Mitte

muss ich oft so heimlich sagen:

Wohnst du noch in deiner Hütte,

darf ich holde Blicke wagen?