Der Geistertanz

J. Fischhof

Die bretterne Kammer

Der Todten erbebt,

Wenn zwölfmal den Hammer

Die Mitternacht hebt.

Rasch tanzen um Gräber

Und morsches Gebein

Wir luftigen Schweber

Den sausenden Reihn.

Was winseln die Hunde

Beim schlafenden Herrn?

Sie wittern die Runde

Der Geister von fern.

Die Raben entflattern

Der wüsten Abtei,

Und fliehn an den Gattern

Des Kirchhofs vorbei.

Wir gaukeln, wir scherzen

Hinab und empor,

Gleich irrenden Kerzen

Im dunstigen Moor.

O Herz! dessen Zauber

Zur Marter uns ward,

Du ruhst nun, in tauber

Verdumpfung, erstarrt.

Tief bargst du im düstern

Gemach unser Weh;

Wir Glücklichen flüstern

Dir fröhlich: Ade!