Habt nicht lieb die Welt

J. Franck

Welt ist Welt! Drum, mein Gemüt,

Schwinge dich hinauf zum Himmel.

Beim Geschöpf ist keine Güt',

Sondern Leid und Angstgewimmel,

Welches nicht in Not erhält;

Welt ist Welt!

Welt ist Welt! Ihr prächtig Tun

Gleißet schön, doch nur zum Scheine;

Lasset ihren Feind nicht ruh'n,

Macht betrübt Geist und Gebeine,

Bricht, gleich als ein Glas zerfällt:

Welt ist Welt!

Welt ist Welt mit ihrem Schatz,

Welcher kaum den Bauch uns füllet;

Wer bei ihr sucht Gunst und Platz,

Wird mit Staub und Kot umhüllet,

Letztlich als ein Topf zerschellt,

Welt ist Welt!

Welt ist Welt mit ihrer Ehr',

Als die dürre Heideblüten,

Voll an Farb', an Früchten leer,

Drauf des Neides Winde wüten,

Welche wie ein Bog' abschnellt:

Welt ist Welt!

Welt ist Welt mit ihrer Lust,

So doch tausend Jammer bringet,

Durchs gekränkte Herz und Brust

Mit viel Gram und Sorgen dringet,

Doch wie Wasser bald zerprellt:

Welt ist Welt!

Welt ist Welt! Wer sich verliebt

In ihr Glück, wird bald betrogen,

Sie ist Nacht, die Licht nicht gibt,

Was sie prahlet, ist erlogen;

Wie ein leeres Winterfeld:

Welt ist Welt!

Welt sei Welt, und bleib' es auch,

Ich begehre Gott und Himmel;

Gott gibt Gut's: Die Welt nur Rauch;

Gott befreit vom Weltgetümmel

Und versetzt ins Himmelszelt.

Welt sei Welt!