Pfingstbitte
J. Franck
Komm, Gnadentau, befeuchte mich,
Erwünschter Regen, zeige dich,
Du Wasser aus der Höhe:
Süße Flüsse
Lasse quillen,
Wohl zu stillen
Unser Lechzen,
Heil'ger Geist, erhör' mein Ächzen!
Wie sehn' ich mich, mein Hort, nach dir,
Wie brennet in mir die Begier,
Dass du mein Herz erfreuest!
Ohn' dich ist lauter Klagen dar,
So fühl' ich Trauren und Gefahr,
Bis du mich recht erneuest;
Schicke Blicke
Deiner Güte
ins Gemüte,
Mich zu laben,
Komm, Herr, du und deine Gaben!
So oft ich Angst im Herzen fühl',
Erwünsch' ich, dass mich wohl erkühl'
Ein Tröpflein deiner Güte,
Mein Geist pflegt sehr betrübt zu sein,
Ich fühle Schmerz im Mark und Bein
Und Trauren im Gemüte:
Denn dich kenn' ich,
Dass alleine
mein Gebeine
Wird erquicket,
Wenn dein Trost mir Hülfe schicket.
Ich bin dem dürren Grase gleich,
Verderbet, ungestalt und bleich,
Entkräftet allermaßen;
Komm, Himmelströpflein, geuß dich aus,
Erfrische meiner Seelen Haus,
Du kannst mich nimmer lassen;
Günstig, brünstig
Laß dich merken,
mich zu stärken,
Dass ich grüne,
Dir durch deine Hülfe diene.
O daß sich immerzu vermehr'
In mir der Wachstum deiner Ehr'!
Dass dich die Seele meinet;
So wird mein Herz ein Pflänzelein
Zu deinem Wohlgefallen sein,
Wenn mich dein Glanz bescheinet.
Leuchte, feuchte
Meine Seele,
dass sie wähle
Durch dein Treiben,
Gott für allen treu zu bleiben.
Du Strom, der aus dem Tempel fließt
Und zu den Bäumen sich ergießt,
Verleihe mir auch Kräfte;
Was du nicht gibst, das hab' ich nicht,
Vermögenheit mir ganz gebricht
Und wahre Lebenssäfte,
Schenke, lenke
Zu mir Armen
dein Erbarmen,
Deine Liebe,
Daß ich wahres Lieben übe.
Weg, Fleisch: Ich wart' auf Gottes Geist;
Weg, Will': Ich tue, was Gott mich heißt;
Weg, Blindheit: Gott erleuchtet;
Weg, Angst: Der heil'ge Geist erfreut;
Weg, Unvermögen: Gott erneut;
Weg, Dürre: Gott befeuchtet;
Komme, fromme
Seelensonne,
Herzenswonne,
Himmelsregen,
In mein Herz dich einzulegen.