Sei nur still und harr auf Gott
J. Franck
Sei nur still und harr' auf Gott,
Er weiß alles wohl zu machen,
Er vertreibet Leid und Spott,
Lässet kommen Ehr' und Lachen.
Es muss gehen, wie er will:
Sei nur still!
Sei nur still, gedenke nicht,
Dein Betrübnis sei zu heftig,
Weil dir aller Trost gebricht;
Traue Gott, er bleibt geschäftig,
Dass er deinen Wunsch erfüll';
Sei nur still.
Sei nur still, wenn's noch so lang'
Itzt für deinen Augen währet;
Machet dir dein Leiden bang',
Endlich wird doch Trost bescheret,
Da dich Wonn' und Lust umhüll',
Sei nur still.
Sei nur still, die Sonne kann,
Eh' du's meinest, auf dich scheinen,
Was verhindert dich daran?
Schlage von dir Klag' und Weinen,
Denk', es geht doch, wie Gott will;
Sei nur still.
Sei nur still, wenn g'nug die See
Hat geraset mit den Wellen
Und verursacht Angst und Weh',
So muss sich ihr Wüten stellen,
Dass sie wie ein Bächlein quill';
Sei nur still.
Sei nur still, und musst du noch
Eine Zeitlang traurig gehen
Unter deines Leidens Joch,
Letztlich lässt Gott Hülfe sehen,
Denn er ist der Höchst' im Spill;
Sei nur still.
Ich bin still; Melancholei
Lege dich, Gott hilft aus Nöten.
Ich erfahr's, er bleibt getreu,
Ob er gleich mich wollte töten;
Weg, du blöde Sorgengrill',
Ich bin still.