Weihnachtslied

J. Franck

Ein Kind ist uns zu Nutz gebor'n,

Ein Sohn ist uns gegeben,

Der unter Tausend auserkor'n,

der Held, die Wonn', das Leben.

Wie freuet sich mein Herz und Geist,

Begehret itzt und allermeist,

Sich für dem Sohn zu bücken,

Dies Kind an sich zu drücken.

Dies ist der Sohn, der vor der Welt

Und noch vor allen Zeiten

Als seines Wesens gleichen Held

Von allen Ewigkeiten

Gott Vater selbst gezeuget hat

Und fort in ihm gefasst den Rat,

Uns Sünder von dem Bösen

Und Hölle zu erlösen.

Er hat in ihm, eh' noch der Grund

Der Erden ward geleget,

Uns auserwählt zum Gnadenbund,

Der zu dem Himmel träget,

Und sandt' ihn, als die Zeit erfüllt,

Mit unserm Fleisch und Blut umhüllt;

Sein Sohn musst' an Geberden,

Ohn' Sünd', als wir, Mensch werden.

Das Wort ward Fleisch, zu Bethlehem

Geboren und beschauet,

Ein kleines Kind, lag unbequem

Der Krippen anvertrauet,

War eingewickelt und im Stall,

Ein Pilger, der viel Ungefall

Und Leid für unsre Schulden

Gehorsam wollte dulden.

Dies ist das Kind, das Eva wollt'

Und Lamech sehr begehrte,

Das Abraham erblicken sollt',

Als ihm's der Geist gewährte,

Worüber David fröhlich ward;

Auch Micha dessen Gottesart

Und Ausgang hat verlanget,

Der Fürst aus Juda pranget.

Komm, Herz, wir wollen freundlich tun

Mit diesem lieben Kinde,

Es kann in dir fein sanfte ruh'n,

Komm, fass' es nur geschwinde.

Dies Kind ist voller Freundlichkeit,

Dir lachet's in der Gnadenzeit;

Betrachte seine Blicke,

Sie wieder zu ihm schicke.

Dies Kind ist nackt und bringet mir

Den Zierat meiner Seelen;

Ist arm, doch geht's den Schätzen für,

Die Welt und Geiz erwählen.

Es ist ein kleines Kind, doch groß;

Umfaßt die Welt und liegt im Schoß,

Saugt seiner Mutter Brüste,

Beschert uns Himmelslüste.

Hochheilig Kind! Ei, lach' mich an,

Du kennest mich, mein Leben!

All's, was mein Glaub' und Liebe kann,

Sei herzlich dir ergeben;

Nur nenne deinen Bruder mich,

Dass ich sei Gottes Sohn durch dich,

Kind, Wundersohn, Kraft, Rater,

Held, Friedfürst, Ewigvater.