Die Verlaßne an ihr Kind
J. Fuss
Es muß das Herz an etwas hangen,
Muß fremdes Glück und Leid verstehn,
Mit Lieb' ein Wesen heiß umfangen,
Sonst muß es in sich selbst vergehn.
So hängt mein Herz an diesem Kinde,
Und seiner Augen offner Blick
Zieht mich aus einer Welt voll Sünde
In eine Unschuldswelt zurück.
Es schenkt mir tausend heil'ge Freuden
In einer Welt, die mich verstieß,
Und meines bittren Schicksals Leiden
Macht mir sein holdes Lächeln süß.
Nie werd' ich lieblos dich verlassen,
Verlaß auch du die Mutter nicht,
Bis ihre Lippen einst erblassen,
Im Todeskampf ihr Auge bricht.
Verachtung drückt dich und Beschwerde,
Doch fester Muth trotz der Gefahr,
Du wirst nicht untergehn, nur werde
Nicht treulos, wie dein Vater war.