Das Herz

J. Gall

Bächlein so hell und frisch,

Duftig umblüht,

Spielend mit Blum' und Fisch,

Murmelnd dein Lied;

Und dann schwellt zur Flut

Ohn' Rast und Ruh',

Tobend in wilder Wut:

Herz das bist du!

Herz, ach du liebes Herz,

Nimmer dir gleich,

Ringest mit Lust und Schmerz,

Bald hart, bald weich.

Hütte am Blütenbaum,

Kindlein voll Lust,

Wonnig im sel'gen Traum

Schwellend die Brust;

Und dann der Vater tot,

Mutter voll Schmerz,

Waisenkind ohne Brot:

Das bist du Herz.

Herz, ach du liebes Herz,

Nimmer dir gleich,

Ringest mit Lust und Schmerz,

Bald hart, bald weich.