Versäumt

J. Gänsbacher

Ich ziehe finster des Weges,

Der ferne von deinem liegt,

Von deinem Pfade, dem stillen,

Der nie zu meinem sich biegt.

Und ob wir wandern und fragen

Und suchen, ich und du,

Nie neigen getrennte Bahnen

Aufs neu' einander sich zu.

Wir haben allein die Sonne

Am weiten Himmel gemein,

Und wenn's mich einsam umnachtet,

Schließt gleiches Dunkel dich ein.

Wohl trafen wir einst zusammen,

Doch schritten wir stumm beiseit,

Und jedes dachte im Herzen:

Es ist ja noch immer Zeit,

Noch immer schaut dich mein Auge,

Noch dringt dir mein Ruf ans Ohr -

So zogen wir säumend weiter,

Bis Eins das Andre verlor.