Es kommen die Tage
J. Grimm
Es kommen die Tage, die Nächte vergehn,
Es scheinen die Sonne, die Sterne;
Ich lehne am Fenster Nacht und Tag
Und schaue den wandernden Wolken nach
In die weite, unendliche Ferne.
Es ziehen unten die Strassen entlang
Viel emsige, glückliche Leute;
Mit jubelndem Scherz und lautem Gesang
Und mit der Geigen gellendem Klang
Kam eine Hochzeit heute.
Was kümmerte mich der freundliche Gruss,
Den mancher Geselle mir schickte?
Mein Auge zieht es mit süsser Gewalt,
Wo ich deine fliehende schöne Gestalt
Zum letztenmal erblickte.
Wohl leuchtet die Sonne, es blitzen so hell
Die Sterne am Himmelsbogen:
Wie liebt' ich sie einst und hatte sie gern,
Doch ach! mir scheint kein heller Stern,
Seit du in die Ferne gezogen!