Hohe Sehnsucht
J. Haas
Das ist die Sehnsucht, die ihr nie gekannt,
in der sich meine Blicke seltsam weiten,
daß sie verzückt erschau'n Unendlichkeiten
von abertausend Wundern wie gebannt.
Das ist die Sehnsucht, die durchs Märchenland
mich Nacht um Nacht verführend lockt zu schreiten,
wo gold'ne Gondeln schwer von Träumen gleiten,
wo meine Seele ihre Heimat fand.
Und immer weckt mich ihre Schmeichelhand --
fühl' meine Seele ich die Flügel breiten,
aufschwingt sie hoch sich über Wirklichkeiten;
und wo die Sterne mit den Wolken streiten,
greift tief in ihrer Harfe Silbersaiten
die hohe Sehnsucht, die ihr nie gekannt.