Kuckuck und Schäferin

J. Haas

Ich bin Kuckuck und bleib Kuckuck

Und laß mich Kuckuck nennen,

Wer meinen Namen nicht merken kann,

Dem geb ich mich zu erkennen.

Den Winter bin ich in dem Wald,

Den Sommer auf grünen Auen;

Da hat mein Herz sein'n Aufenthalt,

Bei schönen Schäfersfrauen.

Wenn meine Schäflein auf der Heid

In grünen Tälern grasen,

So hab' ich meine Lust und Freud',

Setz' mich auf grünen Rasen

Und schrei' mit heller Stimm': Kuckuck,

Daß in die Auen klinget,

Und ruf' der schönsten Schäf'rin zu,

Daß sie mir eines singet.

Mit einem Wort, es bleibt dabei,

Kuckuck will ich verbleiben

Und will der Schäf'rin meine Treu

In Lieb' auf's neu verschreiben,

Bis endlich kommt der Vöglein Tod

Und stößt mir meine Glieder:

Behüt' dich Gott, meine Schäferin

Bis daß ich komme wieder!