Trost unglücklicher Liebe

Haydn, Joseph

Ihr mißvergnügten Stunden,

Wie groß ist eure Zahl!

So mehrt nur Schmerz und Wunden

Und tötet mich einmal!

Ihr aber, sanfte Triebe,

Kömmt Schlaft nur mit mir ein;

Denn jenes, was ich liebe,

Wird doch nicht meine sein.

Du liebtest mit so warmem,

So vollem Herzen mich:

Nun hält dich in den Armen

Ein Glücklichrer als ich,

Und meinen heissen Küssen,

O Schicksal, hast du sie

Wie dieser Welt entrissen!

Allein auf ewig nie!

Dort, unter Himmels Lauben,

Find'ich, Geliebte, dich:

O wonniglicher Glauben!

Du nährst und stärkest mich,

Du hauchest meinem Herzen

Neukräftigs Leben ein

Und milderst mir den Schmerzen,

Die Qual, ein Mensch zu sein.