Die Nixe der Donau
J. Hoffmann
Aus des Donaustromes Grunde
Taucht empor ein Frauenbild,
Leicht in Nebelflor verhüllt
Lächelnd blickt es in die Runde
Mit dem Aug' das feurig glänzt,
Mit dem Haupte schilfbekränzt.
Donaunixe ist's die nimmer
Fehlen will am freud'gen Fest,
Die ihr stilles Reich verlässt
Bei der Sonne gold'nen Schimmer.
Und es tönt den Strom entlang
Silberrein der Nixe Sang:
Euch meines Stromes Wogen
Begrüßet froh mein Blick,
Es kommt auf euch gezogen
Österreichs ersehntes Glück.
Vom nahen Alpenlande
Ein Bild so lieb und traut,
Zieht heut nach eurem Strande
Die holde Kaiserbraut.
O traget sanft und ruhig
Auf eurem Silberband
Die edle Fürstentochter
Ins neue Heimathland.
Schmückt euch ihr schönen Ufern
Mit Blüth und frischen Grün,
Im reichsten Frühlingsschmucke
Zieh sie in's treue Wien.
Ihr meines Stromes Geister,
Die ihr mir unterthan,
Schwebt auf der Freude Schwingen
Dem stolzen Schiff voran.
Schließt an des Volkes Jauchzen
Auch euren Jubellaut
Und bringet froh begeistert
Ein Hoch der Kaiserbraut.