Trennungslied

J. Holzer

Die Schwermut senkt mit bräunlichem Gefieder

Giftträufend sich auf mich Bedrängten nieder

Und stiller Gram verzehret mich.

Denn kränkend ist's, was man geliebt, zu meiden,

Allein ich muß, ich muß mich von dir scheiden,

Denn ohne Hoffnung lieb' ich dich.

Nie werd' ich mehr, wenn dir ein sanftes Blähen

Den Busen hebt, mit frommer Neugier spähen

Und wie versteinert vor dir stehn.

Nie werd' ich mehr in deinen süßen Blicken

Wie Vormals oft von heimlichen Entzücken

Genährt den Himmel offen sehn.

Allein es sei! Mein Mund soll dir entsagen,

Doch nie mein Herz; ich will mein Los ertragen,

Will es ertragen als ein Mann.

Ach! selbst die Zeit kann meinen Schmerz nicht mindern,

Der Tod nur kann's, der allen Kummer lindern.

Der Glück und Unglück enden kann.