Am Bache

J. Kalliwoda

Durch der Wiese junges Grün

hüpft das Bächlein lustig hin,

fliehend seiner Heimath Schwelle,

und wie es vorüber flieht,

neigt manch Blümchen lieberglüht,

küssend, sich zur Silberwelle.

Doch das Bächlein hält nicht an;

fort und fort auf leichter Bahn,

fragt es nicht nach stillem Sehnen,

sucth im ungehemmten Lauf,

ewig junge Liebe auf--

und das Blümchen nickt in Thränen.

Also schau' ich, schmerzdurchglüht,

nach den Blumen, die verblüht,

nach dem Glücke, das entschwunden,

Thränen feuchten wohl den Blick,

doch nicht wiederkehrt das Glück--

und nicht kann das Herz gesunden.