Der Friede Gottes
J. Kalliwoda
Seele, laß dein banges Sehnen!
Trockne deine heißen Thränen!
Blicke gläubig himmelwärts!
Denn von jenen lichten Höhen,
Wo die ew'gen Sterne gehen,
Sieht ein Vater deinen Schmerz.
Durch die dunklen Leidensstunden
Naht er, heilet deine Wunden,
Spricht ein tröstend Himmelswort:
„Deine Schuld ist dir vergeben,
„Glaube nur, so wirst du leben,
„Heilig leben fort und fort.“
Und vom Himmelswort bezwungen,
Von der Gnade Licht durchdrungen,
Wird der Seele Nacht erhellt;
Auf ihr ruhet Gottes Segen,
Und ein neues, heil'ges Regen
Lebt in ihrer innern Welt.
Gottes Segen reift die Saaten,
Und ein Feld von schönen Thaten
Blühet an der Gräber Hang,
Und dem Gott der Gnade weihen,
Ob dem fröhlichen Gedeihen,
Engel ihren Lobgesang.