Der Landwehrmann

J. Kalliwoda

Das Feuer zuckt auf seinem Herd,

In seiner Scheide klirrt das Schwert.

Laßt rasseln es und dräu'n heran!

Noch lebt der deutsche Landwehrmann!

Er kocht am Herde still das Kraut,

das er mit seinem Schweiß gebaut;

Doch noch ein ander Kraut hat er,

Das legt er still auf sein Gewehr.

Er dreht den Hahnen still am Faß,

Und labt mit frischem Trunk sich baß;

Doch, ruft das Vaterland ihn her,

Spannt er den Hahnen am Gewehr.

Er wahrt sein Feld vor müß'gem Dorn

Und erntet froh sein gülden Korn;

Und kommt ein müß'ger Gast daher,

Nimmt ihn auf's Korn sein treu Gewehr.

Ob überm Haupt ein Vogel zirrt,

Ob eine scharfe Klinge schwirrt,

Stets ist das liebe deutsche Feld

Durch einen Landwehrmann bestellt.

Drum laßt es rasseln, dräun heran,

Noch lebt der deutsche Landwehrmann!

Er blickt zuvor zu Gott hinauf,

Und dann auf des Gewehres Lauf!