Die Leiche des Kriegers
J. Kalliwoda
Was wallt für ein langsamer Zug einher?
Wem gilt jener Trauergesang?
Was wirbelt die Trommel, gedämpft und schwer,
die gaffende Straße entlang? -
"Es bringen die Krieger den Freund zur Ruh';
sie tragen den Bruder dem Grabe zu.“
Du hast überwunden, mein Waffensohn;
o wohl dir! du leidest nicht mehr.
Nun tragen bei schaurigem Grabeston
dich treue Gefährten daher.
Der Krieg, eure Heimath, ihr seid verwandt;
war't oft schon beisammen am Grabesrand.
Den sterbenden Krieger kein Weib beweint,
frei steht er für sich in der Welt.
Mit Männern nur hat ihn der Krieg vereint,
mit Brüdern im wirthlichen Zelt.
Kam'raden der Treue, - im Herzen Muth!
Kam'raden des Todes mit Flor am Hut!
So grabet den schlummernden Krieger ein!
Und weil keine Thräne ihm floß,
so streuet ihm Erde in's Bett hinein,
der mit euch gedarbt und genoß.
Drei Salven gen Himmel, an Freundes Grab! -
Setzt weiter, ihr Krieger, den Wanderstab!