Wanderlied
J. Kalliwoda
Freiheit meiner Seele, schwelle
mir die Brust nicht allzusehr,
dass mein Blut nicht gar so schnelle
durch die Fluren treibt einher!
Nimm mich auf, einsamer Wald,
du, der Freiheit Aufenthalt!
Mir ist noch kein Baum gespalten,
sich zu reih'n zu Dach und Fach,
kannst sie alle d'rum behalten,
lieb' hier mehr dein grün Gemach.
Lass mich ruh'n, geliebter Wald,
du, der Freiheit Aufenthalt!
Doch behalt' auch deine Latten,
die sich eng zusammenreih'n,
d'rin den Müden zu bestatten,
stillen Schlaf ihm zu verleih'n.
Möcht' noch grüßen manchen Wald
als der Freiheit Aufenthalt!