Der Seefahrer

J. Kienlen

Mein Schiff ruht endlich wieder.

Du, meiner Väter Land,

Ich fall' aufs Antlitz nieder

Und küsse deinen Strand!

Froh werd' ich die Altäre

Der heimatlichen Höh'n,

Und froh die Wonnezähre

Der Jugendfreunde sehn!

Und sie, die schon im Lenze

Der goldnen Kinderzeit

Sich bis zur dunkeln Grenze

Des Lebens mir geweiht,

Zum Kampf' in Silbertönen

Des Nachruhms mich beseelt,

Und früh mein Herz dem Schönen

Und Göttlichen vermählt!

Wie lacht am Tempelhaine,

Bespült von leiser Flut,

Im goldnen Morgenscheine

Mein väterliches Gut!

Da teil' ich Herz und Habe

Mit dir, Psycharion!

Und lächle noch am Grabe

Froh wie Anakreon.

Da bau' ich, leite Gräben,

Bepflanze rings die Höh'n,

Seh' Reblaub hier an Stäben

Und dort an Ulmen wehn;

Und weih' auf meinen Fluren,

Euch Rettern aus Gefahr,

Ein Feld, o Dioskuren -

Mit Wäldchen und Altar.