Nun legt die scheidende Sommernacht

J. Kniese

Nun legt die scheidende Sommernacht

Tauperlen dir zu Füßen,

Mit tausend Rosenaugen erwacht

Der Tag, um dich zu grüßen.

Nun such ich ein Lied vom Lenz beschwingt,

O Holde, zu deinem Preise,

Doch siehe durch all meine Seele klingt

Die alte, die ewige Weise:

Du wandelst im Grün, so segn' ich das Thal,

Das schimmernd dich umkränzet,

Du wandelst im Licht, so segn' ich den Strahl,

Der dir zu Häupten erglänzet.

Mein Lied hat einen Klang nur und Hauch,

Den einen: Der Himmel behüte

Den Tau des Morgens, die Rosen am Strauch

Und dich, du duftige Blüte!