Gang am Abend

J. Kötschau

Spät auf staubiger Straße geh ich,

Mauerschatten fallen schräg,

Und durch Rebenranken seh ich

Mondlicht über Bach und Weg.

Lieder, die ich einst gesungen,

Stimm ich leise wieder an,

Ungezählter Wanderungen

Schatten kreuzen meine Bahn.

Wind und Schnee und Sonnenhitze

Vieler Jahre klingt mir nach,

Sommernacht und blaue Blitze,

Sturm und Reiseungemach.

Braun gebrannt und vollgesogen

Von der Fülle dieser Welt,

Fühl ich weiter mich gezogen,

Bis mein Pfad ins Dunkle fällt.