Abermals am See

J. Lang

Drüben schon von dem Altane

Schimmert ihr weisses Gewand.

Frisch! im gebrechlichen Kahne

Führe mich, Schiffer, an's Land!

Zögre du nicht, dich zu wagen,

Weil stürmisch die Welle sich rührt!

Mutig! es braucht nicht zu zagen,

Wer einen Glücklichen führt.

Siehst ihre Augen du blinken?

Steure nach ihnen nur zu!

Göttliche Sterne, sie winken

Wogen und Winde zur Ruh.

Laß denn das Schifflein nur schwanken!

Keine Gefahr ist für dich;

Das sind der Liebe Gedanken,

Schaukelnd und gaukelnd um mich.

Habt ihr denn Herzen, ihr Wellen,

Schlagend, wie meines, voll Gluth?

Sonne, so mach' sie nur schwellen

Von deinem goldenen Blut!

Ja, und, verwandelt in Feuer,

Drängen sie mächtig an's Land;

Schiffer, und spürst nicht am Steuer

Helfend die göttliche Hand?

Nimm, was ich habe, zum Solde!

Rudre nur schneller, mein Sohn!

Wär' ich ein König, von Golde

Trügst du die Kette zum Lohn.

Aber, noch eh ich sie grüße,

Soll dir den köstlichen Wein

Selber kredenzen die Süße -

Eile! schon schenkt sie ihn ein.