An --

J. Lang

Ich denke Dein, in heil'ger Abendstille

Erscheinest Du vor mir im Dämmerlicht;

Gebrochen ist des Herzens fester Wille,

Verlieren konnt' ich Dich! -- vergessen nicht.

Ich denke Dein; -- doch hass' ich ihn noch immer,

Der um mein schönstes Glück mich trog:

Vergangenheit strahlt mir wie Rosenschimmer,

Der vor der grausen Finsterniß entflog.

Ich denke Dein seit jenem Schmerz-Momente,

Als mir Dein Mund den letzten Kuß gebracht:

Ich ahn'te nicht solch schauervolles Ende;

An treuer Brust zu ruh'n hatt' ich gedacht.

Ich denke Dein; -- nie kann ich von Dir lassen,

Umschlinget Dich auch fremder Liebe Band:

Des Dolches Griff würd' ich mit Wonne fassen,

Käm er mir nur aus Emma's theurer Hand.

Und fänd' ich drauf die süßen Trostesworte:

"Ich hab' an Dich, o Freund, manchmahl sic gedacht!" --

Dann würd' ein Himmelsthor des Todes Pforte,

Das freudig winkt aus meines Grabes Nacht.

Dein denkend würd' ich in die Brust ihn senken,

Den letzten Trost, den vielgeliebten Stahl;

Und dankbar noch im Sterben Der gedenken,

Die mich durch ihn befreit von jeder Qual.