An einer Quelle

J. Lang

Wenn das Herz dir ist beklommen

Und in's Auge Thränen kommen,

Weißt nicht, was dir werden soll,

Wenn kein Antlitz dir erscheinet,

Das es treulich mit dir meinet,

Und dein Auge wird zu voll;--

O dann in den Wald nur tauche!

Deine tiefen Seufzer hauche

Flüsternd in die grüne Nacht!

Wenn's dann immer tiefer düstert,

O wie süß es mit dir flüstert:

Kind, was hat dir bang gemacht?

Setz' dich dorten, wo die Quelle

Niederspielt vom Felsen helle!

Sag' ihr Alles, was dich kränkt!

Fort mit sich führt sie die Schmerzen;

Neuen Lebens frisch im Herzen

Fühlst dir einen Trunk geschenkt.