Aus Byrons Corsar

J. Lang

"Ein süß Geheimniß wohnt in meiner Brust,

Das nimmer kommt an's Licht in Ewigkeit,

Und wenn du mich umfängst in sel'ger Lust,

Dann naht's -- doch rasch entflieht es wieder weit.

Es brennt tief -- tief in mir; wie Grabeslicht,

So glimmt das Flämmchen still und unbekannt;

[Doch der Verzweiflung Nacht erstickt es nicht,

Brennt's matt auch jetzt, wie es noch nie gebrannt.]

Vergiß mein nicht! Und kommst du an mein Grab,

Dann denke, daß dein Mädchen drinnen ruht;

Die einz'ge Sorge folgt ihr nur hinab,

Daß du vielleicht vergaßest ihre Gluth.

Vernimm mein zärtlichstes, mein letztes Fleh'n;

Die Tugend selbst verzeiht den heil'gen Schmerz;

Nur eine Thräne laß im Auge sehn,

Und wär's die letzte, sie entzückt mein Herz!"