Cäcilia

J. Lang

Nachts auf's Lager hingestreckt

In der kleinen dunklen Klause

Hör' ich wie die Brandung leckt

Über mir am flücht'gen Hause.

In die Wellen halb versenkt,

Höhern Mächten heimgegeben,

Ist mein Herz Dir! zugelenkt,

Unaussprechlich süßes Leben.

Blick' ich in die Nacht hinaus,

Kommt, auf unnahbaren Wegen,

Über's Meer durch Nebelgraus

Mir dein holdes Bild entgegen.

Lächlend stehst du auf der Fluth,

Und ich seh dich selig winken;

Mich durchfiebert Sehnsuchts-Gluth.--

Warum mußt du schon versinken?

Wenn mit frischem Morgenschein

Meer und Luft sich flüsternd necken,

Ruft es in mir: Du bist mein!

Liebe naht, mich aufzuwecken.

Und so wach ich durch den Tag,

Darf geschäftig nimmer säumen,--

Doch, was höchstes Glück vermag,

Find' ich nur in wachen Träumen.

Niemals fern mir, ewig nah,

O, du Licht und Glanz des Lebens,

Himmlische Angelica,

Sey die Krone meines Strebens.