Das Asyl
J. Lang
Warme Lüfte,
Süße Düfte
Hauchet diese Flur,
Liebe dieser Berge Schimmer;
Liebe, Liebe endet nimmer,
Alles athmet Liebe nur.
Hier ist Frieden
Sanft beschieden,
Fern der großen Welt.
Nicht an diese heil'ge Schwelle
Schlägt der Ehrsucht grause Welle,
Die des Glückes Grab enthält.
Heiter, stille
Strebt der Wille
Hier nach Zukunft nicht,
Strebet hier nicht nach der Ferne,
Denn es weilt das Herz beim Sterne
Seines Glückes, saugt sein Licht.
Was entbehrte,
Sie begehrte,
Findet Seele hie;
Weg vom Glanze laß mich fliehen,
Mich hieher zurücke ziehen,
Nur hieher, wo athmet sie.
Welch Beglücken!
Welch Entzücken
Schwingt dem Himmel zu,
Wenn ich bin in ihrer Nähe,
Wenn die Wonnige ich sehe,
Aufgelöst in sel'ger Ruh.
Mir gegeben
Ist das Leben
Wiederum bei ihr.
Laß', o! lasse mich vergessen,
Was mir Schicksal zugemessen
Auf dem Erdenrunde hier.
Friedensstätte!
Ja! ich rette
Mich aus dem Gewühl,
Wieder mich in deine Mitte
Mit beflügelt schnellem Schritte,
Ganz zu leben dem Gefühl.