Der Himmel mit all' seinen Sonnen wär' mein

J. Lang

Es säuselt der Wind durch die Tannenwipfel

Wie Geister weh'n leicht durch schweigende Nacht,

Und hinter des Berges schattigen Gipfel

Erhebt sich der Mond in silberner Pracht!

Er schauet herab aus der luftigen Höh',

Malt lächelnd sein Bild in dem spiegelnden See.

Was nützt mir sein ruhiger, schmeichelnder Schein;

Mich kann er nicht freuen; ich seh' ihn allein!

Am Himmel wohl glänzen viel tausend Sterne,

Viel leuchtende Perlen auf blumigen Au'n;

Doch ist mir das Liebste auf Erden so ferne,

So mag ich auch Sterne und Perlen nicht schau'n!

Hing lieber der Himmel von Wolken rings schwer

Und säh' ich nicht Sonne und Sterne auch mehr,

Mir strahlte dein Auge im liebenden Schein,

Der Himmel mit all' seinen Sonnen wär' mein!