Der treue Hirte. Meine Heerde will ich weiden

J. Lang

"Meine Heerde will ich weiden"

Hast du Herr zu uns gesprochen,

Und du hast zu keinen Zeiten

Je dein heilig Wort gebrochen.

Wie ein treuer Hirte gehet,

Willst du gehn mit deinen Schafen,

Der zu ihren Seiten stehet,

Ob sie wachen, ob sie schlafen.

Und die Lämmer willst du sammeln

In den starken Liebesarmen;

Wenn sie ihre Wünsche stammeln,

Herzlich ihrer dich erbarmen;

Willst sie in dem Busen tragen

Die Verlassenen, die Kleinen;

Wenn sie um die Mütter klagen,

Sie in deinem Schooß vereinen.

Und die Mütter willst du führen

Als der ewig treue Hirte,

Jung und Alt, und milde rühren,

Was sich nur von dir verirrte;

Locken, rufen, heilen, pflegen,

Was sie mögen nur bedürfen,

Daß sie aus dem Quell voll Segen

Stündlich neue Labung schlürfen.

Guter Hirte sonder Gleichen

Sollten wir dir nicht vertrauen?

Willst du uns doch Alles reichen

Gern auf deines Lebens Auen:

Ja, in deine treuen Hände,

Seien Alle wir empfohlen,

Und zu deiner Wege Ende

Wirst du Lämmer, Mütter holen.