Die Flamme

J. Lang

Im Herzen ist Feuer, im Herzen ist Gluth,

Haust immer der Flamme feurige Fluth.

Tief unter dem Herzen, da ruhet ein Bild,

Das nähret die Flamme, die immer so wild.

Tief unter dem Herzen, da regt sich der Schmerz,

Der brennend und sengend verzehret das Herz,

Da knistert es immer in ständigem Glühen,

Daß manchmal den Augen die Funken entsprühen.

Tief unter dem Herzen, da klingt es so laut,

Es lodert in Flammen die feurige Braut,

Da klopft es denn immer mit liebender Hand,

Und fachet durch Klopfen stets heller den Brand.

Im Wasser ist Kühlung, im Wasser ist's kalt,

Das Wasser löscht brennende Herzen wohl bald,

Tief unten im Wasser, da ist es wohl gut,

So komm' denn mein Liebchen mit mir in die Fluth.

"Im Wasser ist Feuer, das tanzet bei Nacht",

Wird staunend als Sage in's Volk dann gebracht;

Tief unter den Wellen sind göttliche Triebe,

Es decket kein Wasser die Flamme der Liebe!