Die Grabschrift
J. Lang
Die Nacht war mit den Stürmen allein,
Der Gram mit Lämpchen und Kämmerlein.
Des einsamen Lagers ruh'loser Gast
Erhob sich ächzend in Fieber und Hast.
Er schreibet die Inschrift dem treuesten Stein,
Der fern ihm bewahrt ein geliebtes Gebein.
Und d'raußensic brüllet der Stürme Geheiß;
"Gieb uns die Worte der Liebe preis.
"Wir wehen um Stirn, wir wehen um Herz,
Verwehen die Wonnen und lassen den Schmerz.
"D'rum gieb die Worte der Lieb' uns ein,
Nach denen ächzet der sprachlose Stein." --
Kaum hat er die stockenden Zeilen vollbracht,
So schlüpfen die Worte hinaus -- in die Nacht.