Die Wacht am Rhein

J. Lang

Es braust ein Ruf wie Donnerhall,

Wie Schwertgeklirr und Wogenprall:

"Zum Rhein, zum Rhein, zum deutschen Rhein!

"Wer will des Stromes Hüter seyn!"

Durch Hunderttausend zuckt es schnell,

Und Aller Augen blitzen hell.

Der deutsche Jüngling fromm und stark

Beschirmt die heil'ge Landesmark.

Auf blickt er in des Himmels Au'n,

Wo todte Helden niederschau'n,

Und schwört mit stolzer Kampfeslust:

"Du Rhein bleibst deutsch, wie meine Brust!"

"Und ob mein Herz im Tode bricht,

"Wirst du doch drum ein Welscher nicht.

"Reich wie an Wasser deine Fluth

"Ist Deutschland ja an Heldenblut."

"So lang ein Tröpfchen Blut noch glüht,

"Noch eine Faust den Degen zieht,

"Und noch ein Arm die Büchse spannt,

"Betritt kein Welscher deinen Strand."

Der Schwur erschallt; die Woge rinnt;

Die Fahnen flattern in dem Wind.

Lieb Vaterland! magst ruhig seyn;

Fest steht und treu die Wacht am Rhein!