Die wandernde Wolke

J. Lang

Auf langer Haide wallt

Die Wolke kreuz und quer.

Sie geht ohn' Aufenthalt,

Sie wandert hin und her.

O käm' sie doch zum Felsensprung,

Der niederstürtzt ins Thal!

Sie möcht' hinab in raschem Schwung, --

Sie träumt es tausendmal.

Vergebens daß sie späht

Das geht in gleichem Lauf.

Verloren nieder geht

Der Weg und schleicht sich auf.

Ist denn kein Vogel hier herum,

Zu weisen ihr den Weg?

Auf öder Haid' ist alles stumm;

Kein Mensch betritt den Steg.

So kommt sie endlich auch

Zum Bergsee still und tief,

Im Schilf ein müder Hauch,

O wer da drunten schlief'!

Und leise, leise dehnt sich hin

Darauf das sanfte Grau,

Und thaut und sinkt und stirbt darin,--

Der See dann lächelt blau.