Gedenke mein

J. Lang

Gedenke mein! Die lieben Augen lenke

In stillen Nächten oft nach mir!

Ich denke dein, wenn ich des Liebsten denke,

Und, was ich schaffe, weih' ich dir.

Gedenke mein, wenn dir die Thränen kommen!

Dir weint mein ganzes Leben nach.

So rasch gegeben, rascher noch genommen,

Und Lust und Leid ein einzig Ach!

Gedenke mein im heißen Kampf des Lebens,

Und denk', daß er auch mich verzehrt!

Du weißt es ja, wir ringen nicht vergebens,--

So werden wir einander werth.

Gedenke mein, wenn Freude macht dich lächeln,

Und sende mir in Traum dein Bild

Als einen Engel mir die Stirn zu fächeln,

Wenn mir die Aussicht wird zu wild!

Gedenke mein! Versprich es, treue Seele!

Sieh wie ein schöner Stern mich an,

Dem ich darf anvertrauen, was mir fehle,

Wenn ich mir selbst nicht helfen kann!

Gedenke mein! Ich weiß, du wirst es halten;--

So sind wir nimmermehr getrennt.

Die Flamme eint' sich noch, die jetzt gespalten

In zwei verwandten Herzen brennt.