Gestern und Heute
J. Lang
Die dunkle Nacht ist nun entschwunden,
Ein trüber Morgen bricht hervor.
Er hat sich mühevoll entwunden
Der grauen Wolken dichtem Flor.
Es schimmert matt sein düstres Licht.
Es leuchtet, doch erwärmet nicht.
Auch du, mein Herz, erwachtest wieder;
Der Traum entfloh, der dich umgab.
Doch trauernd tönen deine Lieder,
Als sängen sie dein Glück zu Grab.
Ich kenn sie wohl an ihrem Klang,
Doch fehlt der Geist, der sonst sie sang.
Wie war denn alles so verschieden
Eh' gestern schied der Sonne Licht.
Nahm sie mir meinen stillen Frieden,
Wie, oder war's die Sonne nicht?
O kehre heim, entfloh'nes Glück!
Du, die mir's raubte, kehr zurück!