Herz, mein Herz, so schweig auch du

J. Lang

Auf den klaren Fluten malen

Sich der Sonne letzte Strahlen,

Über Wald und Wiesengrün,

Über Berg und Fluren hin

Breitet schon in sanfter Feier

Dämmrung ihre Nebelschleier:

Durch zerstreute Wolken bricht

Sanfter Sterne Silberlicht!

Es verstummt der Ruderschlag.

Heimgegangen ist der Tag!

Alles, alles eilt zur Ruh,

Herz, mein Herz, so schweig auch du!

Wie die Flut hier, still und eben,

Floss dahin mein junges Leben,

Hell wie diese Abend-Sonne

Glänzte da mein Aug' von Wonne!

Und die Hoffnung so schmeichelnd milde

Zeigte liebliche Gebilde:

Führte mich mit lieber Hand

In der Liebe Blumenland.

Aus der Zukunft dunkler Ferne

Strahlten still des Glückes Sterne!

Doch sie sanken all' hinab.

Glück und Hoffnung deckt ein Grab!

Doch im Grab wird allen Ruh!

Herz, mein Herz, so schweig auch du!