Ins Blaue

J. Lang

In's Blaue -- da schau' ich oft lange hinein;

So oft mir die grünende Erde zu klein,

Da schau' ich hinauf in die blauen Höh'n,

Bis still mir die Augen in Thränen vergeh'n.

Wohl sinken die Blätter, es starrt die Au,

Doch leuchtet unendlich das himmlische Blau;

D'rum seh' ich viel lieber, als irdische Pracht,

In's Blaue, das ewig hoch über uns lacht.

Wankt je mir der Glaube hier unten im Thal,

Und sinkt meine Hoffnung all' überall,

Und scharren sie tief einen Freund mir in's Grün,

Da glaub' ich und hoff' ich in's Blaue hin.

Und wird es oft dunkel rund um mich her,

Das eigene Herz in der Brust mir so schwer,

Da blick' ich hinauf in den Vollmondschein,

Da dicht' ich und träum' ich in's Blaue hinein.

Und ist nun gar einmal ihr Auge umflort,

In irdischem Dunkel der himmlische Hort,

Da faßt mich vor Allem hienieden ein Graus,

Da wein' ich, und liebe in's Blaue hinaus.