Klag' deine Not dem lieben Gott

J. Lang

Klag' deine Noth

Dem lieben Gott,

Wenn Alle dich verlassen,

Und Keiner hört,

Was dich verzehrt,

Und deinen Schmerz kann fassen!

Eh du's gesagt,

Eh du's geklagt,

Hat er es schon erfahren:

Mehr als die Hut

Der Mutter thut,

Will er dein Haupt bewahren.

Er hat die Welt

Auf Lieb gestellt;

So faßt er auch die Seinen;

Nach Nacht und Leid

Und Traurigkeit

Muß dir sein Antlitz scheinen.

Sein ist die Zeit,

Die Ewigkeit,

Dein Leben und dein Sterben;

Und wir sind hier

Zu seiner Zier,

Und seines Reiches Erben.

So herrlich denkt,

Der uns geschenkt

In seinem Sohne Alles,

Und nicht gedacht

In Vatermacht

Des tiefen Sündenfalles.

Von Anbeginn

War das sein Sinn,

Und dennoch kannst du zagen?

So hier, wie dort

Gilt nur sein Wort,

Und darauf sollst du's wagen!

Was dein, ist sein,

Was sein, ist dein:

O Meeresstrom von Liebe!

Wie da auch nur

Noch eine Spur

Von Noth und Jammer bliebe!