Lieder des stillen Mannes

J. Lang

Einsam wandle deine Bahnen,

Stilles Herz, und unverzagt!

Viel erkennen, Vieles ahnen

Wirst du, was dir Keiner sagt.

Wo in stürmischem Gedränge

Kleines Volk um Kleines schreit,

Da erlauschest du Gesänge,

Siehst die Welt du groß und weit.

Andern laß den Staub der Straße,

Deinen Geist halt frisch und blank,

Spiegel sei er, wie die Meerfluth,

Drein die Sonne niedersank.

Einsam aus des Tages Lärmen

Adler in die Höhen schweift,

Storch und Kranich fliegt in Schwärmen,

Doch ihr Flug die Erde streift.

Einsam wandle deine Bahnen,

Stilles Herz, und unverzagt!

Viel erkennen, Vieles ahnen

Wirst du, was dir Keiner sagt.