Mutterlieb' sorget, Mutterlieb' wacht
J. Lang
Wallende Wogen, auf Häuptern von Schaum
Tragt ihr ein Schiff; wie auf flockigem Flaum --
Wieget es sänftiglich, wieget es lind,
Denn es birget mein einziges Kind!
Sicher bringt es zum heimischen Strand,
Sicher in's herzliebe Vaterland!
Schaukelt es leise! Schaukelt es sacht!
Mutterlieb' sorget, Mutterlieb' wacht!
Wehende Winde, mit neckischem Spiel --
Kos't um die Masten, umgaukelt den Kiel:
Wo tückisch lauert das zackige Riff, --
Führet glücklich vorüber das Schiff!
Treibet es sanfte, treibet es lind --
Drinnen fährt ja mein einziges Kind!
Hauchet nur leise! Hauchet nur sacht!
Mutterlieb' sorget, Mutterlieb' wacht!
Strahlende Sterne, wenn wieder zur Fluth
Tauchte des Sonnenlichts feurige Glut,
Leuchtet der Bahn, denn sie ziehet mein Kind!
Leuchtet und schimmert lieblich und lind!
Glänzend und klar -- ein zahlloses Heer --
Gießt euren Schein über Land und Meer!
Singend verscheuchet das Dunkel der Nacht!
Mutterlieb' sorget, Mutterlieb' wacht!