Sehnen

J. Lang

Was erfüllt mit bangem Sehnen,

Rastlos dich, du armes Herz?

Was begehren diese Tränen,

Was erregt so heissen Schmerz?

Ach! ich kann mich nicht mehr freuen,

Wie auch pranget die Natur.

Mag der Frühling sich erneuen,

Mir erneu't der Schmerz sich nur!

Dieses Klopfen, dieses Brennen,

Wohl fühl' ich, dass mich's verzehrt,

Ach! und kann es doch nicht nennen,

Was das Herz so heiss begehrt.

Möcht' mich in den Fluten wiegen,

Möchte mit den Wolken zieh'n,

Mit den Vögeln möcht' ich fliegen,

Und weiss selber nicht wohin.

Aus der Freude Kreis alleine

Flieh' ich dann mit meinem Schmerz.

Niemand weiss warum ich weine,

Mich vermisst kein liebend Herz!

Nimm mich denn, o kühle Erde,

In die Mutterarme du,

Dass dem armen Herzen werde

Endlich die ersehnte Ruh'!