Treue, liebliche Vertraute

J. Lang

Treue, liebliche Vertraute,

Meines Kummers Trösterin!

Meine Klage, theure Laute,

Trage zu dem Fernen hin!

Sag' ihm: "Mancher Glanz des Lebens

Wird im Fernen erst erkannt;

Nach Entfremdung ringt vergebens,

Was sich wahr und tief verwandt!"

Sag' ihm: "Als Dich kaum die Ferne

Hüllt' in ihre Nebel ein,

Glänzte, wie entwölkte Sterne,

Mir Dein lang' verkanntes Sein."

Fleh' ihn: "Kehr', o kehre wieder,

Theures Leben! süßes Glück!

Sehnend rufen meine Lieder,

Ruft Dich Reu und Schmerz zurück."