'Und noch von dir kein Wort' aus der Novelle 'Die Mathildenhöhle'
J. Lang
Und wieder ist ein Tag dahin,
Und noch von Dir kein Wort!
Weiß nicht, wie ich geschlichen bin
Nur bis zum Abend fort!
Weiß nicht mehr, wo ich stand und gieng,
Was Auge trieb und Ohr.
Denn ach, vor meiner Seele hing
Ein schwarzer Trauerflor.
Weiß nicht, was ich gedacht im Schmerz,
Denn, was ich denken wollt',
Schlug's wie ein Hammer mir auf's Herz,
Als ob's zerspringen sollt'.
Weiß nicht, mit wem ich ging und sprach,
Denn Alles außer Dir --
Dahin ja schwebt es vor und nach
Wie Truggestalten mir.
So steh' ich hier denn einsam nun,
Vom Einz'gen in der Welt
Verlassen, d'rauf mein ganzes Thun
Und Sinnen war gestellt.
Umsonst reich' ich nach Deiner Hand,
Du thust mich in die Acht.
Zerrissen unsrer Liebe Band
Hinflattert in die Nacht.